Tagblatt Online, 07. Juni 2011 01:08:00

Auf das Gelingen reduzieren

Seit 14 Jahren propagiert Manfred Gehr-Huber sein «Wowprinzip» als universelles Erfolgsmodell. Er betreute unter anderen die Gebrüder Schoch. Jetzt hat er ein Buch zum Thema geschrieben.

johannes wey

rehetobel. Mit dem Rauchen aufhören oder damit beginnen, Frischluft zu atmen? Schon die Formulierung kann laut Manfred Gehr-Huber einen Einfluss auf das Gelingen des Vorhabens nehmen. Die erste fokussiere auf das Rauchen und verankere dieses Modell im Gehirn, sagt Gehr-Huber, die zweite hingegen löse positive Modelle aus. Seit 14 Jahren berät der Rechtobler Schüler, Manager und Spitzensportler. Unter anderem hat er dabei die Snowboarder Philipp und Simon Schoch und den Judoka Sergej Aschwanden zu ihren Olympiamedaillen begleitet. In seinem kürzlich erschienenen Ratgeber «Das WowPrinzip – 8 Denk-Schritte auf dem Weg des Gelingens» zeigt Manfred Gehr-Huber nun die Eckpfeiler seines Konzepts auf.

«Denken ist Lenken»

«Wenn Ihnen etwas gelingen soll, freuen Sie sich am Idealen», sagt Gehr-Huber, denn «Denken ist Lenken». Drehten sich die Gedanken konsequent um das Gelingen, würden diese automatisch im Gehirn abgespeichert und dem Körper quasi der Auftrag gegeben, das Gelungene zu wiederholen. «Wenn ich denke <das ist einfach>, dann mache ich mir eine Aufgabe deutlich leichter», sagt Gehr-Huber.

Sich einem Ideal annähern

Die Idee zu seinem «Wowprinzip» kam Gehr-Huber bei Nachhilfelektionen, als er mit den Schülern das Jonglieren übte. «Ich merkte, dass viele Schüler dabei Haltungen annahmen, die sie optimieren könnten», sagt Gehr–Huber. Damit meint er auch Geisteshaltungen, die sich automatisch im Körper manifestierten. Die Schüler waren verspannt, wollten keine Fehler machen. «Ich will, dass die Leute mit Freude nur genau das denken, was sie wollen», erklärt Gehr-Huber, um so ihre Gedanken auf das zu reduzieren, was sie erreichen wollen. «Sie setzen die Energie viel effizienter ein, wenn sie sich mit offener Wahrnehmung gedanklich auf die Möglichkeiten fokussieren.» In seinem Konzept vermeidet der Mentaltrainer den Begriff «Ziel». Denn solange man ein Ziel nicht erreicht habe, betrachte man sich als erfolglos – und erreiche man es, stecke man sich sofort wieder ein neues Ziel. Wenn man sich hingegen einem Ideal annähern wolle, sei jeder Schritt auf dem Weg dorthin ein Erfolgserlebnis, das es zu geniessen und abzuspeichern gelte.

Schüler, Manager, Sportler

Sukzessive reduzierte der Mathematikdozent sein Pensum an der Schule und beschäftigte sich vermehrt mit seinem «Wowprinzip». Heute vermittelt er es in seinem Büro in St. Gallen an Schüler und gibt Seminare für Firmen oder eben für Spitzensportler und -sportlerinnen. Die Arbeit am Buch fiel ihm dann leicht – innert dreier Monate waren die 140 Seiten geschrieben.

«Das WowPrinzip – 8 Denk-Schritte auf dem Weg des Gelingens, Manfred Gehr-Huber, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8423-2788-7 www.wowprinzip.ch